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Ein Aufschrei für Europa!

Seit ein paar Tagen sind die Foren des virtuellen Europastammtisches „online“ und die ersten Mitbürger diskutieren bereits zu Themen mit Europabezug. Die derzeit teilnehmerstärkste Diskussion geht um die Europäischen Anleihen, zurzeit gerne auch als Corona-Bonds bezeichnet.

Als Beispiel möchten wir Ihnen hier einen Diskussionsbeitrag von Prof. Dr. Walther Heipertz aus Heidelberg zeigen, welcher uns Heilbronnern bereits als fachkundiger und auch streitbarer Moderator bei den jährlichen Hertensteiner Gesprächen bekannt ist. Wenn Sie Heipertz Meinung kommentieren möchten, dann registrieren auch Sie sich bitte auf dem Forum: https://foren.europastammtisch.eu

„So, Deutschland, jetzt ist es soweit: entscheide jetzt!“,

denn … Coronabonds müssen kommen, weil es abstrus wäre, große Volkswirtschaften den Kapitalmärkten zum Fraß vorzuwerfen. Politik und Menschen müssen siegen, nicht das Geld, und die Politik ist doch gerade stark und wird auch von ihren Bevölkerungen gestützt.

Was kann uns Deutschen denn passieren: entweder profitieren alle, gesunden rasch, und es wird tatsächlich aus Solidarität auch Disziplin. Dann hat auch Deutschland zwar ein paar mehr Schulden, strukturell aber mit Europa zusammen die Karte des nächsten Jahrhunderts gezogen.

Oder es ist nicht gleich so schön und wir geben in einem schwierigen Prozess über Jahrzehnte zurück, was wir durch Disziplin und den makaberen „Schutzschirm“ jahrzehntelanger, weltpolitischer Bedeutungslosigkeit als wirtschaftlicher Musterknabe unweigerlich den andern genommen hatten. Am dümmsten wäre halt die dritte Alternative: dass wir aus diesem „Weltkrieg“, den diese Pandemie ja auch darstellt, durch einen gescheiterten Schritt epochaler Solidarität in die „Nachkriegsjahre“ zurückfallen.

Dann bauen wir halt wieder auf, hätten aber endlich gelernt, dass Europa die schwärmerische Idee von Idealisten war und wir uns nicht mehr von Jahrhunderten kolonialer Konkurrenz und Feindschaft emanzipieren werden. Das wäre doch auch eine wertvolle Erkenntnis, nämlich ein Ende dieses unseligen Spiels der letzten Jahre und Jahrzehnte, selbst wenn im Hintergrund ökonomisch manches lief.

Wir müssten dann nur noch überlegen, für welche kommende oder bleibende Großmacht, Amerika, Indien, China oder Russland, wir den europäischen Brückenkopf abgeben wollen. Wann, wenn nicht jetzt, muss dieses Europa endlich seinen Platz einnehmen – mit deutscher Hilfe, nicht unter alleiniger deutscher Führung – oder als Idee von der Weltbühne verschwinden!

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