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Der Europastammtisch lebt!

Auch nach einer langen COVID-19 bedingten Pause des monatlichen Europastammtisches kamen Mitglieder der EUROPA-UNION und Europainteressierte jetzt wieder bei einem gemeinsamen Gaststättenbesuch zusammen, um sich über die aktuellen Geschehnisse rund um Europa auszutauschen. Dennoch war COVID-19 weiterhin ein Thema, und die Stammtischler setzten sich an mehreren Tischen zusammen, um möglichst keinen Anwesenden zu gefährden.

Der stellvertretende Kreisvorsitzende Dr. Vassilios Vadokas wies die Anwesenden nochmals auf die notwendigen Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln hin und analysierte die derzeitige Situation — so bekamen die Europäischen Föderalisten auch zu diesem lebenswichtigen Thema Informationen aus erster Hand.

Der JEF Kreisvorsitzende Leonhard Reinwald freute sich sehr, dass er zum Europastammtisch auch mit Valentin Weber das jüngste Mitglied des Kreisverbandes vor Ort begrüßen konnte. Noch bevor sich die Stammtischler mit Speis und Trank versorgen konnten, fanden bereits die ersten Diskussionen an den Tischen des Europastammtisches statt, denn viel zu viel Neues hat in den letzten Wochen stattgefunden.

Auch nutzten die „virtuellen“ Stammtischler heute die Gelegenheit, um den „traditionellen“ Stammtischlern auch die wöchentlich virtuell stattfindenden Europastammtische schmackhaft zu machen und gaben zudem praktische Hinweise zur entsprechenden Nutzung von Mobiltelefon, Tablet und PC.

Franz Schirm, der Heilbronner Beauftragte für die Europastammtische, war sehr erfreut, dass der erste Europastammtisch in COVID-19 Zeiten ein solcher Erfolg war und informierte die Anwesenden über die weiteren Vorhaben, wie das jährliche Europagrillen oder über die kommende Europawanderung.

Bettina Kümmerle gab die ersten Eckdaten für eine gemeinsame Florenzfahrt bekannt, bei der die Mitglieder der EUROPA-UNION auch die Historischen Archive der Europäischen Union besuchen werden.

Der Heilbronner Kreisvorsitzende Heinrich Kümmerle betonte nochmals die Bedeutung der Hertensteiner Gespräche nicht nur für die EUROPA-UNION Heilbronn, sondern für die Europäischen Föderalisten insgesamt und freute sich zudem für die kommenden  4. Hertensteiner Gespräche vom 19. und 20. September 2020 — die allerdings virtuell stattfinden werden — weitere Mitstreiter gewinnen zu können.

Der JEF Kreisvorsitzende und stellvertretende EUROPA-UNION Kreisvorsitzende Leonhard Reinwald freut sich zudem, dieses Jahr bei den Hertensteiner Gesprächen die Gesprächsgruppe „Europäische Geld- und Fiskalpolitik“ moderieren zu können.

Der kommende Europastammtisch findet erneut virtuell und zwar am Dienstag, 11. August 2020, der nächste „echte“ Stammtisch wieder am Dienstag, 1. September 2020 statt.

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Online-Seminare für Lehrkräfte: Kreative Europabildung in der Schule

Der 68. Europäische Wettbewerb lädt alle Schulformen dazu ein, sich dem Thema Europa kreativ, künstlerisch, politisch und digital zu nähern. Wir erklären wie!

„Digital EU – and YOU?!“ – beim 68. Europäischen Wettbewerb steht im kommenden Schuljahr die Digitalisierung in Europa im Mittelpunkt. In dreizehn altersdifferenzierten Aufgabenstellungen werden Schüler von der ersten Klasse bis in die Berufsschule eingeladen, sich kreativ mit Aspekten digitalen Lebens und Lernens zu befassen. Wie sich der Wettbewerb im Unterricht, in Projekten oder AGs einsetzen lässt, möchten die Organisatoren in Online-Seminaren zeigen.

An drei Nachmittagsterminen im September und Oktober stellen wir den Europäischen Wettbewerb als Instrument kreativer Europabildung vor. Ein besonderes Augenmerk legen die Organisatoren dabei auf die Potenziale, die der Europäische Wettbewerb für die digitale, die politische und die künstlerische Bildung bietet. Gemeinsam werden alle Beteiligten Ideen entwickeln, wie die aktuellen Aufgaben mit unterschiedlichen Zielgruppen und Methoden umgesetzt werden können.

Die etwa zweistündigen Online-Seminare richten sich an Lehrer aller Schulformen und Fachbereiche sowie pädagogisches Personal an Schulen, die den Europäischen Wettbewerb kennenlernen möchten.

Für wen?

  • Lehrer und sozialpädagogisches Personal an Schulen
  • Menschen mit und ohne Erfahrung mit dem Europäischen Wettbewerb
  • Künstlerisch-musische, gesellschaftswissenschaftliche, literarisch-sprachliche Fachbereiche

Wann?

  • Donnerstag, 3. September 2020 um 17 Uhr
  • Dienstag, 22. September 2020 um 16 Uhr
  • Dienstag, 6. Oktober 2020 um 16 Uhr

(Bitte nur einen Termin wählen, denn das Programm ist jeweils identisch.)

Was?

  • Einführung zum 68. Europäischen Wettbewerb
  • Digitale Bildung mit dem Europäischen Wettbewerb
  • Teilnahme mit politischem Fokus
  • Teilnahme mit künstlerischem Fokus
  • Austausch und Organisatorisches

Wie?

Die Webinare finden über die Onlineplattform Go To Meeting statt. Nach Anmeldung und Bestätigung erhalten Sie einen Link, mit dem Sie die Go To-Anwendung speichern und danach öffnen können. Sie können an dem Meeting mit Video und Audio teilnehmen.

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Preisträger aus Bad Rappenau

Auch die Grundschule Bad Rappenau ergriff die Initiative und organisierte kurzerhand eine COVID-19 gerechte Preisverleihung beim inzwischen 67. Europäischen Wettbewerb. Bettina und Heinrich Kümmerle mussten nur noch die Urkunden, Preise und Siegerbilder vorbeibringen.
Das Foto der Preisverleihung vom 27. Juli 2020 an der Grundschule Bad Rappenau zeigt von links beginnend die Preisträger Elias Fink, Martin Dörn, Melia Krech und Marlene Schmidt sowie die Lehrerinnen Wiebke Schacherer, Tatjana Nazarenus-Hönig und Rektor Ulrich Bürgy.
Jetzt hoffen alle Beteiligten darauf, dass die kommende Preisverleihung wieder wie gewohnt stattfinden werden kann.
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Schlossbergschule Auenstein – Impressionen einer Preisverleihung

Die seit Jahren erprobten Preisverleihungen zu den Europäischen Wettbewerben stehen dieses Jahr voll und ganz im Zeichen von COVID-19. So auch bei der Schlossbergschule Auenstein, welche zudem direkt vor der Haustüre noch mit Bauarbeiten aufwarten kann.

Dennoch ließ es sich die Schulleiterin Heidi Ade nicht nehmen und lud die Preisverleiher von der EUROPA-UNION und Vertreter von der Stadtverwaltung ein, unter Erfüllung sämtlicher COVID-19-Auflagen, den Preisträgern dennoch  ihre verdienten Preise zu überreichen.

Der Heilbronner Kreisvorsitzende Heinrich Kümmerle bedankte sich bei allen Teilnehmern, den betreuenden Lehrerinnen Kerstin Schwarz, Natali Chalakova sowie Jasmin Kallenberger und gratulierte den Preisträgern vor Ort in ihren jeweiligen Klassen.

Die diesjährigen Preisträger der Schlossbergschule Auenstein sind: Anna Schirocky, Vivienne Haag, Lisa Henke, Silas Klemen und Valentin Weber.

Alle hoffen nun, dass die Preisverleihungen im kommenden Jahr wieder wie gewohnt stattfinden werden können.

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Preisverleihung in der Grundschule Biberach

Auch dieses Jahr konnte die Grundschule Biberach zahlreiche Preisträger beim inzwischen 67. Europäischen Wettbewerb stellen. Dieses Mal fand die Preisverleihung allerdings wegen COVID-19 nicht im Heilbronner Rathaus statt, was besonders von den Preisträgern sehr bedauert wurde.

Die Schulleiterin Sabine Görmez, welche es sich nicht nehmen ließ und kurzerhand eine Preisverleihung in der Grundschule organisierte, merkte an: „Der EU Wettbewerb ist in jeglicher Hinsicht für unsere Schülerinnen und Schüler eine Bereicherung. Unsere Kinder sind sehr empfänglich für gemeinschaftsstiftende Projekte. Sie geben ihnen Orientierung, Halt und Zuversicht. Der EU Wettbewerb spricht sie auf kindgerechte Weise an, sensibilisiert sie für ihre Lebenswelt und ermöglicht mit seinem kreativ schöpferischen Zugang eine intensive Auseinandersetzung mit anregenden Themenstellungen zu Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Als sozialwirksame Schule liegen uns diese Werte ganz besonders am Herzen. Daher sehen wir in der Teilnahme am EU Wettbewerb einen sehr wertvollen Beitrag zu unserer Schulkultur. Wir freuen uns auf die nächste Runde.“

Bettina und Heinrich Kümmerle, die beiden Organisatoren der Preisverleihungen im Stadt- und Landkreis Heilbronn, freuten sich sehr, dass die Grundschule Biberach auch dieses Jahr viele Preisträger hatte und konnten vor Ort Hannah Grund, Lena-Marie Stahl, Franziska Stiera, Tena Franekic, Sophie Grund, Sarah Jung, Emma Schwarz, Katerina Sidiropoulous, Philip von Briel, Philipp Senghaas, Hannah Greiner, Noel Weilbacher und Davide Cuccia recht herzlich gratulieren, deren Kunstwerke bestaunen und jedem neben einer Urkunde auch einen Ortspreis überreichen.

Auch bedankten sie sich bei den betreuenden Lehrern Heike Wieland-Hukul, Constanze Köhler-Leiß, Katharina Braun und Hans Scheurlen recht herzlich für ihr ehrenamtliches Engagement.

Hintergrundinformationen zum Europäischen Wettbewerb

Der Europäische Wettbewerb ist der traditionsreichste deutsche Schülerwettbewerb zu europäischen Themenstellungen. Er wendet sich an Schüler aller Schularten und Jahrgangsstufen. Er greift Fragestellungen auf, die für den Prozess der europäischen Einigung unabdingbar sind: die Erziehung zu Demokratie und Toleranz, die Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten, den Schutz von Minderheiten und die Wahrung des kulturellen Erbes in Europa ebenso wie die Zivilgesellschaft und multikulturelles Lernen.

Der Europäische Wettbewerb steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, in Baden-Württemberg auch unter der Schirmherrschaft des Ministers für Kultus, Jugend und Sport. Gefördert wird der Wettbewerb in Deutschland durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Auswärtige Amt und die Kultus- und Senatsverwaltungen der Länder.

Auf Landesebene koordiniert das Europa Zentrum Baden-Württemberg in Stuttgart im Auftrag des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg den Europäischen Wettbewerb. Für die Organisation des Europäischen Wettbewerbs auf Bundesebene ist die Europäische Bewegung Deutschland verantwortlich.

Auf lokaler Ebene wird der Europäische Wettbewerb neben den örtlichen Europa-Unionen von einer großen Zahl weiterer Einrichtungen sowie ehrenamtlichen und hauptamtlichen Personen unterstützt, die durch ihren persönlichen oder finanziellen Einsatz die breite Verankerung des Wettbewerbs in Baden-Württemberg mit ermöglichen. Dazu gehören neben den einzelnen Schulen mit ihren engagierten Lehrkräften, Gemeinde- und Stadtverwaltungen genauso wie Landratsämter, die Europäische Bewegung Baden-Württemberg und der Europa-Park in Rust.

Weitergehende Informationen rund um den Europäischen Wettbewerb finden sich unter: https://eubw.eu/europaeischer-wettbewerb

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Grundschule Lampoldshausen gewohnt erfolgreich beim Europäischen Wettbewerb

Die Rektorin Katja Busalt-Müller der Grundschule Lampoldshausen konnte erneut stolz auf „ihre“ Lehrer und Schüler sein, denn auch in diesem Jahr beim inzwischen 67. Europäischen Wettbewerb stellte die Schule sechs Ortspreisträger.

Die diesjährigen Preisträger sind Lucile Wagner, Amy Rill, Luisa Richter, Jana Frank, Lia Beck und Connor Beer.

Trotz COVID-19 konnten die Lehrer zusammen mit ihren Schülern eine Preisverleihung in entspannter Atmosphäre organisieren, so dass die Vertreter der EUROPA-UNION Heilbronn, welche im Stadt- und Landkreis Heilbronn für die Preisverleihungen der Europäischen Wettbewerbe verantwortlich ist, nur noch den Preisträgern gratulieren und die Ortspreise überreichen mussten.

So dankte der Heilbronner Kreisvorsitzende Heinrich Kümmerle nicht nur der Grundschule für die Teilnahme, sondern auch den betreuenden Lehrern Julia HaimlClaudia Schwan und Alexander Schmitt für ihr ehrenamtliches Engagement. Leider konnte Julia Haiml, die auch den Kunstunterricht machte, heute nicht mit dabei sein, da sie ist im Zuge der Corona-Mängelverwaltung an der Schule in Gochsen tätig sein musste.

„Unsere Kinder sind hochmotiviert und geben alles, um schöne Ergebnisse zu präsentieren. Am liebsten würden wir immer alle Bilder einreichen …“, so die Rektorin Katja Busalt-Müller.

Alle, ob Lehrer oder Schüler, waren sich darin einig, dass der Europäische Wettbewerb auf alle Fälle eine Bereicherung für ihre Schule sei. Bettina Kümmerle von der EUROPA-UNION betonte nochmals, wie wichtig die Teilnahme von möglichst vielen Schulen für den Wettbewerb sei und wie Schulen, Schüler, Europäische Bewegung und auch die Gesellschaft insgesamt von diesem ehrenamtlichen Engagement der Zivilgesellschaft profitieren. „Gerade in diesen Zeiten ist ein Engagement für Europa wichtiger denn je zuvor“, so Bettina Kümmerle weiter.

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Gute Gründe für die EU

Die Europäische Kommission hat ihre Broschüre „Gute Gründe für Europa“ anlässlich der deutschen Ratspräsidentschaft aktualisiert. Auf der Kommissions-Website finden Sie weitere Einzelheiten zum Bezug. Ab Ende des Monats soll die Broschüre auch als Printausgabe bestellbar sein.

„Warum brauchen wir überhaupt die EU?“ – Das werden Europäische Föderalisten und auch Kommissionsmitarbeiter bei Diskussionen manchmal gefragt. Immer fallen allen Aktiven viele starke Argumente ein. Aber vielleicht nicht rasch genug. Oder nicht alle. 

Sechzig gute Gründe für die EU hat die Kommission daher kompakt und aktuell in einer Broschüre zusammen gestellt. Zum Anklicken, Lesen und Weitersagen.

Zum Start der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 ist diese Auswahl „Gute Gründe für die EU –  Warum wir die Europäische Union brauchen auf den neuesten Stand gebracht. Mit vielen Beispielen, worauf Europa stolz sein kann, wie die EU einen nachhaltigen Umbau der Wirtschaft schafft und wie sich die EU für uns alle rechnet – auch und gerade hier in Deutschland.

Die „Guten Gründe für die EU“ erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber sie geben ein Gefühl dafür, was wir in Europa erreicht haben und warum die EU für alle nützlich und wichtig ist – auch wenn man über die eine oder andere sachpolitische Fragen natürlich immer streiten kann.

Auch der Heilbronner Kreisvorsitzende Heinrich Kümmerle hat diesbezüglich ein eigenes Buch „Europa ist für alle da!“ herausgebracht, wo er detailliert die Gründe und Hintergründe der europäischen Einigung aufzeigt und zudem noch auf die Geschichte der Europäischen Föderalisten näher eingeht.

Mit beiden Publikationen können Europabegeisterte beruhigt und gestärkt in jede  entsprechende Diskussion eintreten — Sie werden damit immer auf der sicheren Seite sein!

Und Zweifler, die auch den Anspruch haben, sich an Fakten zu orientieren, finden diese sowohl in der Broschüre als auch im Buch. Darüber hinaus stehen Ihnen die Mitglieder der EUROPA-UNION Heilbronn gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

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Meinung Neuigkeit

Mit Volldampf in den ungeordneten Brexit – eine Zwischenbetrachtung von Hans Müller

Am Anfang dieser Betrachtung sollen ein paar Gedanken stehen, die zunächst weit hergeholt erscheinen mögen. Es geht mir um die „Goldene Regel“, jene in vielen Gesellschaften seit Jahrhunderten geltende Richtschnur für den zwischenmenschlichen Umgang. Diese „Goldene Regel“ wird auf zweierlei Art formuliert:

– Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.
– Oder – bei uns als Spruchweisheit bekannt: „Was du nicht willst das man dir tu’, das füg auch keinen andern zu.“

Diese Merksätze beschreiben gegenseitigen Respekt, die Fähigkeit, sich in den Anderen hineinzuversetzen, und sie plädieren für den fairen Umgang untereinander. Handelten auch Staaten unter einander nach dieser Regel, lebten wir in einer friedlichen Welt. Dass die „Goldene Regel“ häufig nicht angewandt wird, mag daran liegen, dass zwar jeder die Regelverletzungen des Anderen sofort erkennt, die eigene Verstöße aber nicht.

Nach dieser nachdenklichen Vorbemerkung will ich zu erklären versuchen, warum sich die EU und das Vereinigte Königreich beim Aushandeln ihrer Beziehungen nach dem Brexit so schwer tun, eine Vertragsgrundlage zu finden. Seit März wurden in vier Verhandlungsrunden kaum Fortschritte erzielt, berichtete die Süddeutsche Zeitung am 16.6.2020. Es scheint in der britischen Regierung inzwischen zwar eine gewisse Nachdenklichkeit zu geben, doch angesichts dessen, was um den Brexit seit 2016 geschehen ist, bin ich skeptisch.

Die Briten haben erklärt, sie wollten den Vertrag mit der EU bis Ende des Jahres erreichen – ein so gut wie unmögliches Unterfangen. Die Möglichkeit für einen Antrag auf Fristverlängerung ist am 30.6.2020 abgelaufen. Boris Johnson steuert mit Volldampf in den ungeregelten Brexit. Seine grundsätzliche Zielrichtung ist klar. Im Interesse der britischen Wirtschaft will er – ja muss er für die britischen Waren weiterhin den freien Zugang auf den europäischen Binnenmarkt erreichen. Doch diesem Vorhaben steht der Slogan der Brexiteers diametral entgegen: „We want our country back“, wir wollen die Regeln für unser Land selbst festlegen und vor allem den Bereich der Wirtschaft und des Handels nicht den „Bürokraten“ in Brüssel überlassen. Bei evtl. auftretenden Streitigkeiten lehnt Johnson die Zuständigkeit des EuGH ab.

Dies bedeutet, dass das Vereinigte Königreich künftig auf dem Binnenmarkt nach besonderen Regeln agieren will. Was für ein fundamentaler Widerspruch: So, als wollten die Kinder von nebenan in Nachbars Garten spielen aber erwarten, sie könnten dies ohne Rücksicht auf die angelegten Beete tun. Johnson will für die britischen Waren dadurch einen Wettbewerbsvorteil erreichen, dass er sich nicht an die auf dem Binnenmarkt für alle Marktteilnehmer gültigen EU-Standards zum Umweltschutz, zum Verbraucherschutz, zum Arbeitsschutz und an die europäischen Sozialstandards halten muss sondern seine eigenen, möglichst niedrigeren Standards mitbringen kann. Und obendrein, sollte es Streit geben, sollen nicht die üblicherweise für den Binnenmarkt zuständigen europäischen Gerichte sondern die eigenen, die britischen Gerichte entscheiden. Es wäre geradezu kontraproduktiv für die europäischen Wettbewerber, würde die EU mit ihren ehrgeizigen Zielen für den Klima- und Umweltschutz den Briten erlauben, sich an diese Vorgaben nicht halten zu müssen. Fairer Handel auf dem europäischen Binnenmarkt braucht gleiche Startbedingungen für alle Markteilnehmer.

Weiter im Text geht es in unserem Forum …

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Europas Zukunft gestalten – besser zusammen!

Die EUROPA-UNION Heilbronn nimmt zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft, welche am 1. Juli 2020 beginnt, Stellung. „Nicht nur von europäischer Verantwortung reden, sondern sie auch wahrnehmen, das ist das Gebot der Stunde“, sagt der Heilbronner Kreisvorsitzende Heinrich Kümmerle zum Start der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. „Als größter demokratischer Bürgerverein für Europa stehen wir dem Ratsvorsitz als Mittler in die Zivilgesellschaft zur Verfügung.“

„Wir setzen uns für ein demokratisches, föderales und solidarisches Europa ein, das gemeinsam Handlungsfähigkeit beweist. ‚Besser zusammen‘ lautet unsere Devise“, so Heinrich Kümmerle. Voraussetzung dafür sei auch der Wille in den EU-Hauptstädten, europäisch zu denken und zu handeln. „Berlin, das nun für sechs Monate den Vorsitz im Rat der EU innehat, muss bei der Lösung der aktuellen Probleme mutig vorangehen.“

Neben der Bewältigung der Corona-Krise und ihrer Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft gilt es für die EUROPA-UNION, auch die Stabilität der Demokratie in Europa zu sichern. „Nur in der Digitalisierung voranzukommen oder sichere Außengrenzen zu gewährleisten, ist entschieden zu wenig“, so der Heilbronner Kreisverbandsvorsitzende.

„Wir Europäer müssen eine gemeinsame Idee von unserer Zukunft in dieser Welt des 21. Jahrhunderts entwickeln und unsere Institutionen entsprechend ausrichten, ohne dabei unsere Werte preiszugeben.“ Deshalb sei die geplante und wegen der Pandemie verschobene Konferenz zur Zukunft Europas für die EUROPA-UNION von sehr hoher Priorität.

„Die Staats- und Regierungschefs müssen sich dazu durchringen, einen echten, inklusiven Zukunftsdialog auch mit uns Unionsbürgern zu ermöglichen.“ Die Konferenz soll nach heutigem Stand zwar kein Mandat für Vertragsänderungen haben. „Für die EUROPA-UNION ist aber glasklar: Die Konferenz muss in einen neuen Verfassungskonvent überführt werden“, zeigt sich Kümmerle überzeugt. „Dem neuen Ratsvorsitz wünschen wir von ganzem Herzen viel Erfolg, denn viele weitere Rückschläge wird die europäische Einigung nicht mehr verkraften“, mahnt er abschließend.

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Raffael Weinerts Wettbewerbsbeitrag

Unser ganz persönlicher Favorit beim diesjährigen 67. Europäischen Wettbewerb ist Raffael Weinerts Beitrag, den wir Ihnen hier vorstellen. Davor möchten wir Sie noch darüber informieren, dass die Aufgaben für das kommende Schuljahr bereits online sind. Der inzwischen 68. Europäische Wettbewerb beleuchtet die Perspektive von Kindern und Jugendlichen auf die Digitalisierung: „Digital EU – and YOU?“ Wie hat sich die Lebenswelt der Kinder durch die Digitalisierung verändert und kann ein Roboter einen menschlichen Freund ersetzen? Welche kreativen Ausdrucksformen sind erst durchs Internet möglich geworden? Wie haben soziale Medien unsere Kommunikation verändert? Und welche Auswirkung hat die Digitalisierung auf unsere Umwelt?

Der Mensch ist ein Wächter

Eingepackt, gestopft, gepfropft in Formgussbildungen,
Rationalität gepaart mit Überschwung.
Getränkt vom eigenen Fleisch und Blut,
tritt der Berserker die Köpfe wie Trauben zu Brei.

Die Tugend aus der Rolle genommen,
diese an sich geklebt, als Abbild,
den Schein zu Strahlen bügeln.
Verstand scheint durch die Feuer,
wie die Haut von Knochen geflossen.

Wie als würden sie in die Sterne sehen,
Vergangenheit, geformt durch Licht.
Gestandene Leute, vergänglich vergangen.
Die Gegenwart in Nebel nur mit rot und schwarz gemalt.

Mensch sein heißt töten, Mensch sein heißt haben.
Der Besitz, die Wiege der Nation,
der Verlust, der anderen Ration.

Der Teufel ist nur böse, wenn er gegen dich ist.

Doch, muss das wirklich alles sein?
Sind wir wirklich so gestrickt,
so geschachtelt, so gebunden?

Betitelt als die Spitze der Schöpfung,
doch sein größter Widersacher selbst.
Mensch sein heißt fühlen, Mensch sein heißt heilen.
Formgebend handeln, Leben bewahren.

Doch der Tunnelblick, nur am Spiegel leckend,
sein Wissen, das einfache Leben bedeckend,
Jeder Gedanke kann Welten erschaffen,
Formen bilden, glänzende Freude machen.

Geformte Gestalt, mit Gaben bestückt.
Er fließt durch die Zeit, Wissen gepflückt.
Die Macht zu schützen, was entsteht,
zu formen, was zum Himmel geht.

Schäumend prescht der Lauf der Zeit,
die Münze fällt, Entscheidung naht.
Nun wird es sich wandeln,
Mensch sein heißt handeln.

(Raffael Weinert)

Zu diesem wunderbaren und nun auch preisgekrönten Gedicht hat der Dichter noch Erklärungen beigefügt, die wir Ihnen ebenfalls mit vorstellen möchten.

Welchen zukünftigen Ansprüchen müssen Politik und Architektur gerecht werden?

Als meine Großmutter jung war, befand sich Europa, ausgehend von Deutschland im Krieg. Damals hätte sich niemand eine deutsch-französische Freundschaft vorstellen können und doch existiert sie heute schon viele Jahrzehnte. Meine Mutter wurde vor 35 Jahren auf einer Friedensdemo gefragt, was das denn für einen Sinn habe, da der Eiserne Vorhang niemals fallen würde, zumindest nicht solange sie lebten. Sie antwortete, dass sie auch glaubt, dass sie es nicht mehr erleben wird, jedoch habe man es so wenigstens versucht. Wenige Jahre später geschah das Unglaubliche: Die Berliner Mauer fiel. In der Zeit des kalten Krieges gab es eine strikte Trennung von Ost und West. Es gab keine Reisefreiheit zwischen Ost und West und so gut wie keine Möglichkeit miteinander in Kontakt zu treten, Familienmitglieder zu besuchen oder Freundschaften zu schließen. Für die Menschen im Westen war es damals unvorstellbar, dass Staaten des Warschauer Paktes einmal zur Europäischen Union gehören würden. Heute ist es selbstverständlich in Deutschland Russen, Tschechen und Polen zu treffen. Aus dem Todesstreifen der Grenze wurde ein Zeichen des Naturschutzes und des Friedens. Die Bedeutung dieses Bandes vertritt Mario Goldstein. Er setzt sich dafür ein, dass die Erinnerung und dass das Grüne Band bestehen bleiben. Aus einer Grenze, auf der viele Menschen ihr Leben verloren, wurde ein Zeichen der Versöhnung. Aus den einzelnen Ländern wurde ein gemeinsames Europa.

Die heutige Verantwortung von Europa ist es, diesen Frieden zu wahren. Europa sollte die Freiheit und Demokratie in der Welt verteidigen, unabhängig ob innerhalb oder außerhalb von Europa. Dazu gehört auch, dass Europa aufhört Afrika auszunutzen. Die ganzen Metalle, welche zum Bau von Handys verwendet werden, stammen aus Afrika und werden dort unter Schwerstbedingungen und absoluten Niedriglöhnen aus den Minen gefördert. Zudem beziehen wir Kakao, Kaffee und Kautschuk aus Afrika. Vom Geld bleibt im Anbauland quasi nichts. Europa sollte hier mehr zahlen. Schon ein paar Cent könnten in Afrika große Unterschiede machen. Das dieses Geld zum Infrastrukturaufbau verwendet wird sollte dann ebenfalls unterstützt und beobachtet werden.

Zudem sollte Europa größtenteils selbst produzieren. Dazu gehört es die Pharmaindustrie zurück nach Europa zu holen und den Lebensmittelanbau auch größtenteils direkt hier zu haben. Dadurch gibt mehr saisonale Nahrung, was die Auswahl einschränkt, dafür fallen lange Transportwege und übermäßige Pestizidenverwendung weg, was auch der Umwelt zugutekommt.

Außerdem besteht so keine große Abhängigkeit von anderen Ländern. Es entsteht eine unabhängige Wirtschaft. So kann gegen mögliche Korruption vorgegangen werden. Bestünde eine wirtschaftliche Abhängigkeit von einem korrupten Land, so ist das Risiko größer, dass nichts gegen die Korruption getan wird.

Für den Kampf gegen Korruption und für die Demokratie ist eine souveräne Politik nötig, die nicht durch Lobbyismus zersetzt wurde. Die Politik sollte nicht den Interessen von großen Firmen gehorsam leisten, sondern gerecht die Interessen der Menschen, sowie die Rechte von Mensch und Tier vertreten.

Zum Kampf gegen Korruption gehört es auch, Drohnenangriffe, die von Rammstein aus gesteuert werden nicht zuzulassen. Wenn Europa für Freiheit und Demokratie einstehen will, soll es Drohnenangriffe, die gezielt Personen gegen das Völkerrecht ausschalten und viele Zivilisten töten nicht unterstützen.

Außerdem muss etwas gegen die Arbeitslager in China getan werden. Es darf nicht sein, dass diese Lager existieren, doch durch die wirtschaftliche Abhängigkeit wird nichts getan.

Zusätzlich sollten alle amerikanischen Atombomben aus Europa geschafft werden. Gegen die Atomwaffen in der ganzen Welt sollte etwas getan werden, doch dazu gehört auch selbst kein Unterstützer dieser Waffen zu sein, geschweige denn welche in Europa zu haben.

In den nächsten Jahren werden sehr viele Flüchtlinge nach Europa kommen. Um dies zu bewältigen und möglichst einzudämmen muss in den Heimatländern der Flüchtlinge geholfen werden. Es bringt nichts alle Flüchtlinge aufzunehmen, wenn die Quelle des Problems weiter existiert. Natürlich muss ihnen auch hier geholfen werden, doch das allein ist nicht die Lösung. Zudem sollte die Politik auf die Fluchtgründe der Flüchtlinge aufmerksam machen, um unnötigen Hass und populistische Hetze zu verhindern. Die Menschen sollen verstehen, dass die Flüchtigen auch nur Menschen sind, die leben wollen, die auch lieber eine sichere Heimat hätten.

Zum Klimawandel und der zunehmenden Umweltverschmutzung trägt Europa bei. Um daran etwas zu ändern, muss möglichst schnell auf erneuerbare Energien umgestiegen werden. Dazu gehört es aus der Kohleindustrie auszusteigen und keine weiteren Kraftwerke zu bauen. Um dies zu können, müssen mehr erneuerbare Energiequellen, wie z.B. tiefen Geothermie, Solarenergie oder Windenergie verwendet werden.

Zum Umweltschutz gehört aber auch auf unser Wegwerfverhalten zu achten. Jährlich fliegen etliche Tonnen gutes Essen weg. Diese Lebensmittel sollten entweder gespendet oder billiger verkauft werden. Es könnte auch mehr Aufklärung dazu geben, wie haltbar verschiedene Nahrungsmittel wirklich sind. Viele werfen Essen weg, wenn es das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, obwohl es noch gut wäre.

Die Städte werden immer mehr zu kahlen Blockreihen, die an Gefängnisse erinnern und die Unmengen an Sand kosten. Es wäre sehr schön, wenn Architektur nicht immer praktisch, möglichst futuristisch und strikt gehalten wird, sondern auch schön, harmonisch und naturverbunden ist. Dies würde das Klima in den Städten verbessern. Dies betrifft zum einen die Temperatur, die durch mehr Grünanlagen und weniger Beton niedriger Gehalten wird, sowie das Klima zwischen den Menschen. Dadurch kann womöglich die Wichtigkeit der Natur in den Vordergrund gerückt werden, wodurch mehr Verständnis für Naturschutz und gesunde, saisonale Ernährung entsteht.

Alles in Allem ist Europa schon sehr weit gekommen. In Europa gibt es Frieden. Zwischen den Ländern besteht eine Freundschaft und wir haben die Möglichkeit uns frei zu entfalten. Trotzdem gibt es noch Dinge, die anders laufen könnten und anders laufen sollten. Der Klimawandel wird viele Bereiche der Erde unbewohnbar machen, was zu einer großen Flüchtlingswelle führen wird. Europa hat die Verantwortung, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, sowie den bedürftigen zu helfen.

Dafür ist aber nicht nur die Politik, sondern auch wir verantwortlich. Wir entscheiden, wen wir wählen, was wir kaufen und wie wir handeln. Dies hat auch Einfluss, auf das was geschieht und was geschehen wird und dessen sollten wir uns bewusst sein. Mario Goldstein ist eine einzelne Person, mit einer individuellen Vergangenheit. Genau wie er hat jeder seine Geschichte und all diese Geschichte zusammen machen Europa aus. Somit kann jeder seinen Teil betragen und mithelfen die Zukunft besser zu machen.

Europabezugwarum ist eine respektvolle Streitkultur in Europa, auch in den sozialen Medien, wichtiger ist denn je?

(Raffael Weinert)                                 

Das Gedicht soll aufzeigen, dass wir immer mehr den Bezug zueinander und zur Natur verlieren. Es geht immer mehr darum mehr zu besitzen, besser zu sein und zu zeigen wie gut man ist. Der Schein etwas zu sein wird wichtiger als das eigentliche Sein. Es wird immer mehr an sich selbst gedacht. Auch durch soziale Medien verlieren wir den echten persönlichen Kontakt zueinander. Im Internet wird man viel schneller unhöflich und rücksichtslos, da man sein gegenüber nicht wahrnimmt. Und so hält jeder sein Handeln für gut, auch wenn es nur einem selbst nutzt. Den Bezug dazu, etwas rein aus Nächstenliebe oder Freude an der Sache zutun, darf nicht verloren gehen.

Der Mensch besitzt so viele Besonderheiten. Er kann Lernen, kann sich erinnern, durch Sprache diese Erinnerung weitergeben und kann damit die Zukunft aufgrund der nicht vergessenen Vergangenheit verbessern. Der Mensch kann über die Tiere und die Natur richten, kann sie aber auch behüten und sein Leben dazu widmen, diese zu schützen. Wir haben hier in Europa zum Glück nicht mehr die Not, täglich sorge um Essen, um die körperliche Sicherheit zu haben. Dafür verliert das Leben auch an Sinn.

Doch der Mensch hat die Kraft zu entscheiden, sich selbst Ziele zu setzen. So kann er die Natur beschützen, seine Kraft dazu nutzen gutes zutun, Freude zu machen. So bekommt das Leben einen Sinn.

Auf Dauer kann es so nicht weiter gehen. Der Hass zerstört das Miteinander und dies hat keine Zukunft. Dazu gehört aber auch die allgemeine Haltung. Der Mensch wird als Mittelpunkt gesehen, als wertvollstes leben, wobei die Natur zurückbleibt. 

Wir sollten anfangen wieder in einen Diskurs zu kommen, Probleme sachlich anzusprechen, ohne dass sich jemand bei Kritik direkt angegriffen fühlt und ohne dass die Persönlichkeit des anderen verletzt wird. Zu diesem Diskurs gehört eine respektvolle Haltung zueinander und zur Natur, denn diese geht auch immer mehr verloren. Somit liegt es an uns heute, die Zukunft zu gestalten. Wir haben in der Hand, wie diese Zukunft aussehen soll, darüber sollten wir uns bewusst sein und verantwortungsvoll handeln.

Portrait von Mario Goldstein   (Raffael Weinert)

Bildnerischer Wettbewerbsbeitrag von Herrn Weinert

Zu Mario Goldstein

Mario Goldstein ist in der DDR, nahe der Deutsch-Deutschen Grenze im Vogtland geboren. Er wollte aus der DDR raus, was die Stasi mitbekam und wodurch er mit 15 Jahren für 10 Wochen inhaftiert wurde. Mit 18 versuchte er zu fliehen, wurde jedoch geschnappt und für 2 Jahre Gefängnis verurteilt. Nach 6 Monaten Haft wurde er von der BRD freigekauft und kam schließlich in den Westen.

In der DDR entstand in ihm ein Wunsch nach Freiheit. Zunächst versuchte er sich nun als Unternehmer, was ihm auch gelang. Jedoch wollte er hinaus in die Welt, Freiheit erleben. Und so verkaufte er seinen kompletten Besitz in Deutschland und fuhr 7 Jahre in einem Katamaran über die Meere. 

Nach dieser Reise kehrte er zurück nach Deutschland, wo es ihn aber auch nicht hielt. Er kaufte einen umgebauten alten Wasserwerfer der Polizei und fuhr mit diesem 12000 Km durch Iran und Pakistan bis Indien, wo er den Dalai-Lama traf. 

2016 reiste er das Grüne Band entlang, welches am Todesstreifen, an der ehemaligen Deutsch-Deutschen Grenze, sowie am kompletten Eisernen Vorhang gewachsen ist. Dort sprach er mit ehemaligen Bewohnern der DDR, mit Flüchtlingen und sogar mit Soldaten. Dabei setzte er sich mit seiner eigenen Erinnerung an diese Zeit, mit den Verschiedenen Sichtweisen und mit der neu entstandenen Natur auseinander. 

Die Idee des Grünen Bandes kam vom BUND, welcher den verwildernden Grenzstreifen der Deutsch-Deutschen Grenze als Naturschutzgebiet sichern wollten. 2004 wurde in einer Konferenz in Ungarn über das „Grüne Band Europa“ diskutiert und die Grundlagen zum Projekt beschlossen.

Mario Goldstein setzt sich für das Grüne Band und für den Frieden in der Welt ein. Er hat eine sehr bewegte und interessante Lebensgeschichte. Er ist keine Person, die man aus Geschichtsbüchern kennt, die man direkt erkennt, wenn man sie sieht. Doch er ist, ein Teil der Geschichte, die Europa zu dem macht, was es heute ist. Er hat den Wandel von Gefangenschaft zu Freiheit erlebt. Diesen Wandel sollte Europa schützen und in die Welt tragen. Deshalb habe ich ihn als Motiv gewählt.