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Männervesper: Es geht um Europas Zukunft – Hoffen auf Friedensgemeinschaft im Weltmaßstab

Die evangelische Kirchengemeinde Untergruppenbach veranstaltet viermal im Jahr, mittwochs von 18.30 Uhr bis 21.00 Uhr im Nebenzimmer des Restaurants Stettenfels in der Stettenfelshalle in Untergruppenbach ein Männervesper. Mit dem Männervesper soll weiterhin Gelegenheit geboten werden, besonders die Situation des Mannes im heutigen Zusammenleben zu bedenken. Als Dreiklang werden diese Abende gestaltet: miteinander essen / vespern – miteinander Neues hören – miteinander ins Gespräch kommen. Alle Männer – gleich welchen Alters – sind zu diesen Abenden herzlich eingeladen. So auch beim ersten Männervesper des Jahres zum Thema „Europa“, bei dem nach einer Einführung von Helmut Sauter Heinrich Kümmerle Gelegenheit hatte, über Europa vorzutragen und sich den Fragen der sehr interessierten Anwesenden zu stellen. Unten stehend finden Sie eine Zusammenfassung von Helmut Sauter.

 

Im Vorfeld der Europa-Wahl und angesichts der aktuellen Spannungen im europäischen Raum steht der europäische Gedanke im Fokus des öffentlichen Interesses. Deshalb hat sich das „Männervesper“ der ev. Kirchengemeinde auch dem Thema Europa angenommen und dazu den Kreisvorsitzender der Europa-Union Heilbronn, Heinrich Kümmerle, als kompetenten Referenten eingeladen. Der 56jährige Diplompädagoge war gut 30 Jahre bei der Bundeswehr und als Offizier in mehreren Auslandseinsätzen. Als „Weltbürger und bekennender Europäer“, aus dem internationalen Kreis der Föderalisten kommend, geht es ihm weniger um die europäischen Institutionen als um die europäische Befindlichkeit, die er ohne Manuskript in lockerer Art nach seinem christlich-humanistischen Verständnis vermittelte.

Die kulturellen Wurzeln Europas sieht Kümmerle in der antiken Welt Griechenlands wie im jüdisch-christlichen Erbe. Im frühen Mittelalter habe sich der Begriff Abendland herausgebildet, von Europa sei eigentlich erst seit zwei bis drei Jahrhunderten die Rede. Dem 1949 gegründeten Europarat gehörten heute 47 Mitgliedsstaaten an, der Europäischen Union (noch) 28. Zwar verstehe sich Europa als Werte- und Rechtsgemeinschaft, doch wie unterschiedlich die Auffassungen seien,  zeige sich in den wachsenden Bewegungen von Populismus und Nationalismus.

Kümmerle wies Europa eine abnehmende Rolle zu. Sei Europa zu Zeiten der Kolonialreiche quasi weltbeherrschend gewesen, sei Europa heute mit rund 500 Millionen Einwohnern bei einer Weltbevölkerung von acht und absehbar zehn Milliarden Menschen ein Zwerg. Aufgrund unzureichender Geburtenrate sei Europa zudem ein schrumpfender Kontinent mit überalterter Bevölkerung. Um Infrastruktur und Wirtschaft im Gang zu halten und den Sozialhaushalt zu finanzieren. sei Europa unabdingbar auf Zuwanderung angewiesen.

Kümmerle wandte sich in diesem Zusammenhang gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. „Symbolisch gesehen stammen wir alle von Adam und Eva ab, sind alle Homo Sapiens“, sage Kümmerle. Die Unterschiede früherer Rassenlehren seien vernachlässigbar. Bevölkerungswanderungen haben es in der Menschheitsgeschichte immer gegeben, erst recht in dieser Zeit der Globalisierung, wo Immigration gang und gäbe sei. Natürlich gebe es kulturelle Unterschiede, bedingt durch Religion, Sprache sowie Sitten und Gebräuche. Doch Deutschland und Europa habe die Fähigkeit zur Integration in einem funktionierenden demokratischen Staatswesen.  Zu deren Bewältigung seien wir alle aufgerufen. So wie in der katholischen Kirche hier Latein durch Deutsch abgelöst worden sei, könne auch der Islam liberalisiert zu einer europäischen Religion werden. Allerdings, merkte Kümmerle bedauernd an, nehme im Christentum wie im Islam die Zahl der wirklich Gläubigen rapide ab.

Nach einer Vision für Europa gefragt, meinte Kümmerle, Europa müsse in den nächsten Jahren härtere Auseinandersetzungen mit Totalitarismus bestehen und daher einen europäischen Bundesstaat anstreben. Letztlich  hoffe er auf eine wie in über 70 Jahren Europa bewährten Friedensgemeinschaft im Weltmaßstab mit den maßgeblichen Mächten, außerhalb Europa, Amerika, China, Indien, Russland und eventuell Afrika im fairen Wettbewerb um Werte, Märkte und Köpfe.
(hs)

 

Jahresprogramm 2019

10. April 2019

Islam – Islamismus – islamistischer Terror – Kalifat – Islamischer Staat

Referent: Markus Kaiser, Analyst beim Landesamt für Verfassungsschutz BW, Stuttgart

 

9. Oktober 2019

„German Doctors“ – ein Bericht über Auslandseinsätze eines Arztes

Referent: Dr. Helfried Vogel, Abstatt

 

13. November 2019

Wie die Bibel entstand

Referent: Wolfgang Altvater, Pfarrer i.R., Adelshofen

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