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Begrifflichkeiten & Auswirkungen

Gerade in der heutigen Zeit ist es erfreulich mit anzuschauen, dass sich immer wieder Menschen für ein gemeinsames Europa interessieren.

Da diese Idee aber nicht ganz neu ist, haben sich bestimmte Erwartungen, Wünsche und Begriffe etabliert, die es allen einfacher machen, sich mit der Materie auseinanderzusetzen.

Leider ist seit ein paar Jahren auch zu beobachten, dass die bewährte europäische Nomenklatur von sehr vielen abgelehnt zumindest aber ignoriert wird — denn Bildung und Politik muss Spaß machen und darf nicht anstrengen.

Fangen wir mit den Europäischen Föderalisten an, die sich während des Zweiten Weltkriegs zusammengerauft haben und einen föderalen europäischen Bundesstaat als Lösung für Europa und die Welt propagieren.

Diese versammeln sich seit 1947 als UEF zu entsprechenden UEF-Kongressen — dieses Jahr könnte es der XXVII. werden.

Da der Europäische Bundesstaat nicht von allen gewünscht wurde, hat sich 1946 die Vereinigte Europa Bewegung gegründet, die einen europäischen Staatenbund wollte und ihre Anhänger eher im Vereinigten Königreich hatte.

Als dritte Kraft darf man — vor allem weil sie zurzeit wieder wie Phönix aus der Asche entsteht — die Paneuropa-Union ansehen, die nichts anderes als europäische Nationalisten oder Superstaat-Europäer sind und sich in der Tradition von Karl dem Großen, Napoleon oder noch schlimmeren sehen und ihre nationalistischen Gedanken in einem Großeuropa verwirklicht sehen wollen.

Die beiden ersteren Organisationen (UEF und UEM) haben sich 1948 beim ersten Europakongress zusammengeschlossen und die Europäische Bewegung International gegründet, die sich seither zu Europakongressen versammelt — dieser Unterschied (Europakongresse zu UEF-Kongresse) wird übrigens seit Elmar Brok immer mehr verwässert. Böse, wer Schlimmes dabei denkt.

Die Europäische Bewegung International ist damit die Ebene, wo zwei unterschiedliche Ideen „vereint“ werden, um gemeinsam für ein Europa zu werben und sich auch gegen die nationalistische Idee (Superstaat-Europa) zu wehren. Beide Ideen (Bundesstaat – Staatenbund) sind — wie wir alle wissen — noch heute im Wettkampf zueinander.

Die EUROPA-UNION ist Teil der Union Europäischer Föderalisten (UEF) und tritt demzufolge auch für einen Europäischen Bundesstaat und eine zukünftige Weltunion ein.

Die Europäische Bewegung möchte ein einiges Europa, wobei die Staatenbundvertreter bei wichtigen Entscheidungen immer wieder die Oberhand gewinnen.

Andere Organisationen und Bewegungen mögen auch ein einheitliches oder gemeinsames Europa wollen, aber sind bisher bei dessen zukünftiger Ausgestaltung eher indifferent — bis auf die ewigen „Europa über alles Jünger“, die man leider in allen Europaverbänden findet und die ihr Gift gerne und gezielt an die europäische Jugend verspritzen.

Von Heinrich Kümmerle

Kreisvorsitzender der EUROPA-UNION Heilbronn

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