"Das Einzige was das Referendum im noch Vereinigten Königreich gezeigt hat ist, wie leicht wieder uninformierte Bürger den Hass-, Neid- und Angstparolen von Nationalisten auf den Leim gehen", so Heinrich Kümmerle, Kreisvorsitzender der Europa-Union Heilbronn. "Mit der Nabelschau muss jetzt Schluss sein“, ergänzte der Präsident der Europa-Union Deutschland, Rainer Wieland MdEP. „Europa hat über viele Monate wie das Kaninchen auf die Schlange gestarrt, Stillstand war die Folge. Jetzt muss wieder an europäischen Lösungen gearbeitet werden, aber nicht im Kleinklein irgendwelcher Detailregelungen.“

 

„Wir können nicht bis nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich und den Bundestagswahlen in Deutschland warten.“ Die Zurückhaltung habe sich auch im britischen Fall nicht ausgezahlt. „Es müssen jetzt unverzüglich Schritte unternommen werden, die zeigen, dass Europa handlungsfähig ist.“ Jetzt sei klar, dass es ohne das Vereinigte Königreich weitergehen müsse und auch weitergehen werde. Für Trauerarbeit bleibe nicht viel Zeit. „Wir müssen den Trend zu nationalen Alleingängen stoppen, wieder an überzeugenden europäischen Lösungen arbeiten, denn es liegen viele unbewältigte Aufgaben vor uns", so Rainer Wieland weiter.

Wieland zeigte sich dennoch betroffen über den Ausgang des Referendums. „Das Ja zum Austritt hat mich enttäuscht, denn ich hätte nicht gedacht, dass die Briten sich aufs Glatteis führen lassen.“ Eine Mehrheit der Briten habe sich klar gegen die weitere Zusammenarbeit in den gemeinsamen Institutionen ausgesprochen. „Mehrheit ist Mehrheit, die Entscheidung ist gefallen. Damit müssen jetzt alle leben.“ Nun stünden mehrjährige Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem sich von ihr lösenden Vereinigten Königreich an. Privilegien dürfe und werde es für Großbritannien allerdings nicht geben, ist der Vizepräsident des Europäischen Parlaments überzeugt.

„Europa war und ist kein Rosinenkuchen. Es wird kein zweites Angebot mit einem weiteren Referendum geben. Die Austrittsverhandlungen werden hart geführt, auch um anderen Ländern keinen Anreiz zu geben. Wer weiterhin in den Genuss einzelner Segnungen des Binnenmarktes kommen will, muss dafür auch Gegenleistungen erbringen, so wie dies heute schon die Schweiz und Norwegen tun.“ Norwegen zahle zum Beispiel pro Kopf mehr als die Briten bisher.

 

Der Heilbronner Kreisvorsitzende, Heinrich Kümmerle, ist fest davon überzeugt, dass es jetzt nicht nur für unser Friedenseuropa fünf vor zwölf ist, sondern auch unsere Demokratie und unsere Freiheit auf dem Spiele stehen! Die Mehrheitsentscheidung der Engländer, Nordiren, Schotten und Waliser Hass und Angst wieder zum Alleinstellungsmerkmal von Politik zu machen, wird auch in den anderen Teilen Europas nicht ohne Folgen bleiben. So wird leider die vor kurzem ermordete Europabefürworterin, Jo Cox, nicht die einzige Tote in dieser "ewigen" Auseinandersetzung mit den Nationalisten dieser Welt bleiben. Politische Morde sind erst der Anfang nationalistischer Bewegungen; die Lebensälteren unter uns wissen genau, was danach noch folgen wird. Und nationalistische Politik endet bekanntlich auch immer in Kriegen - das Einzige, was diese Demokratie- und Lebensverweigerer tatsächlich zu bieten haben.
 
Wollen wir Europäer dies alles erneut erleben?! Werfen wir unsere europäischen und auch christlichen Werte so ohne Weiteres auf den Scheiterhaufen der Geschichte? Lassen wir es erneut zu, dass die Totalversager - nach gut 70 Jahren - aus ihren Löchern gekrochen kommen, Angst, Neid und Hass verbreitend das bisher einzig funktionierende Modell grenzüberschreitender friedlicher Zusammenarbeit in Frage stellen? 
 
Im Vereinigten Königreich hat es bereits funktioniert und es ist zu befürchten, dass andere Länder folgen werden! Wir Mitglieder der Europa-Union Heilbronn werden zusammen mit anderen Europäischen Föderalisten unserem Europa in Vielfalt geeint weiter zur Seite stehen und auch weiter für Demokratie sowie unsere "unveräußerlichen" Menschen- und Bürgerrechte eintreten. In der kommenden Kreisvorstandssitzung wird unser weiteres Vorgehen beraten. Wenn auch Sie die Brisanz der Stunde erkannt haben, dann nehmen Sie mit uns Verbindung auf, werden Sie Mitglied in der größten Bürgerbewegung für Europa, für Frieden, Freiheit und Wohlstand.

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