In einer konzertierten Aktion der JEF Heilbronn zusammen mit der Europa-Union Heilbronn reisten Mitglieder und interessierte Bürger für vier Tage nach Brüssel, um sich vor Ort einen Überblick über das politische Europa zu verschaffen und mit professionellen Interessenvertretern aus Baden-Württemberg und Beamten der Europäischen Kommission über die aktuellen Ereignisse rund um Europa zu diskutieren. Für die Heilbronner Kreisvorsitzenden, Heinrich Kümmerle und Leonhard Reinwald, war es wichtig, dass die diesjährige Fahrt erneut mit dem Besuch Verduns verknüpft wurde.

 

Die Fahrt nach Verdun und im Anschluss die Weiterfahrt nach Brüssel sowie die Rückfahrt nach Heilbronn wurden genutzt, um mit allen Beteiligten die Themen der Bildungsfahrt zu vertiefen, die jeweiligen Institutionen und Diskussionspartner vorzustellen und die in Brüssel gewonnenen Erkenntnisse nachzubereiten. Jeweils abends und auch am Tage der Rückfahrt konnten sich alle Teilnehmer zusätzlich noch auf eigene Faust von der Attraktivität der Stadt Brüssel überzeugen. 

So konnte sich die Heilbronner Reisegruppe vor Ort umfassend über die Zusammenhänge der Europäischen Union und ihre Arbeitsweisen informieren. Wichtig war es für die Heilbronner auch, einmal die gemeinsame "Europazentrale" der Union Europäischer Föderalisten und der Jungen Europäischen Föderalisten zu sehen und mit den "Geschäftsführern" vor Ort die Problematik ehrenamtlichen Engagements in diesen für Europa sicherlich schweren Zeiten zu erörtern. Man kam schnell darin überein, zukünftig noch enger zusammenzuarbeiten und skizzierte auch bereits die ersten gemeinsamen Aktionen.

Auch dieses Jahr ließen es sich unser Mitglied Frau Henriette Geiger und ihr Kollege aus Österreich, Horst Pilger, nicht nehmen und öffneten der Heilbronner Abordnung die Türen der Europäische Kommission. Die Reiseteilnehmer nutzten die Gelegenheit, um sich mit den Beamten des Generaldirektorates für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung zum Thema europäische und nationale Entwicklungspolitiken austauschen.

Die Abteilungsleiterin für Lateinamerika und die Karibik, Frau Henriette Geiger, informierte die Reisegruppe dabei umfassend und stellte zusätzlich ihre eigene Abteilung im Detail vor. So konnten die Heilbronner die Aufgaben, Struktur und Arbeitsweise der Kommission vor Ort und ganz direkt erleben. Auch Herr Pilger ließ es sich nicht nehmen und stellte sich zusammen mit Frau Geiger den sehr kritischen Fragen der Heilbronner Gruppe.

Die beiden Abteilungsleiter betonten dabei, dass die Europäische Union ein schwieriges Jahr u.a. mit der Brexit-Entscheidung und der Migrationskrise hatte. Auch stellten sie mit großem Bedauern fest, dass viele Mitbürger an der Europäischen Union verstärkt zweifeln. Deswegen gelte es jetzt erst recht, "die EU und die Werte auf die die EU gegründet ist zu verteidigen. Es ist wichtig, dass die überzeugten Bürger Partei für Europa ergreifen und nicht den negativen Stimmen das Feld überlassen. Wir sollten auch nie vergessen, was die EU uns Bürgern gebracht hat:

  • einen gemeinsamen Wirtschaftsraum
  • Reisefreiheit
  • Freiheit in allen Ländern der EU zu leben, zu arbeiten, zu studieren
  • eine gemeinsame, starke Währung
  • ein friedliches und geeintes Europa seit vielen Dekaden."

Die gesamte Reisegruppe war von der Professionalität und der Motivation "unserer" Kommissionsbeamten begeistert und zudem sehr über die bescheidenen Räumlichkeiten und Arbeitsmittel der Beamten in Brüssel überrascht. So kam auch die diesjährige Reisegruppe zu dem Ergebnis, dass zumindest auf der Arbeitsebene mit Sicherheit keine Steuergelder verschwendet werden und diese Beamten ohne jeden Zweifel ihr Geld wert sind! 

Der Heilbronner Kreisvorsitzende, Heinrich Kümmerle, freute sich sehr, dass er durch Bettina Kümmerle und Leonhard Reinwald sehr gut bei der Reiseleitung unterstützt wurde und es sich die Jugend auch nicht nehmen ließ, vorhandene Freiräume für eigene Aktionen zu nutzen.

Ganz besonders freute er sich aber, dass man die Stadt Brüssel und ihre Sehenswürdigkeiten mit der gesamten Reisegruppe und dies bei bestem und sehr warmen Wetter gemeinsam "erwandern" und "erleben" konnte. 

Frau Henriette Geiger gab uns noch eine Artikelzusammenfassung mit auf den Weg, welche ihr aus dem Herzen spricht:

"Article by EC Vice-President Georgieva: Time to reflect on good and evil

In an opinion piece in Público, European Commission Vice-President Georgieva writes that 2016 has been an 'annus horribilis' for the European Union and for those who believe in European values. The Brexit sounded the alarm, proving that referendums have unpredictable outcomes. Hungary and Italy will also organise referendums in 2016. The questions are not as radical as the British one, but they address two difficult issues for Europe – migration and the economy – and could deepen Europe’s crisis of confidence. The European project has flaws and Europeans have the right to criticise it, however Europeans should not forget all that has been achieved. The extreme sacrifices made by migrants trying to reach European coasts are a clear sign that Europe is a prosperous and open society, a beacon of civilisation in the world."

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